Alexander Klee

Nature Filmmaking

YoungFilmLab

Das Groov’sche Loch ist ein kleines Biotop direkt gelegen zwischen der idyllischen A46 und der Stadt Neuss, und stellt einen der wohl unbekanntesten Nebeneffekte des Braunkohletagebaus dar…
Vor dem Jahr 1911 wurde im Groov’schen Loch Ton abgebaut. Nach Abschluss der Abgrabung wuchs in der zurückbleibenden Grube ein kleiner Wald – welcher ab den 60ern oder 70ern durch durch einen dauerhaften Wasserzulauf von der Ober-Erft über einen kleinen Schacht in ein Stillgewässer verwandelte.

Heute ist das Groov’sche Loch eine kleine Oase für viele verschiedene Tierarten welche das Biotop ihr Zuhause nennen – von Eisvogel über Flusskrebs und Bienenwolf, bis hin zum niedlichen Waldkauz bietet dieses Gebiet ihnen einen Lebensraum, mit dem mit Sicherheit niemand an dieser Stelle gerechnet hätte.

Doch was hat der Braunkohletagebau mit dem Groov’schen Loch zu tun?
Das Groov’sche Loch besteht heute – nachdem der damals vorhandene Ton abgebau worden ist – hauptsächlich aus wasserdurchlässigem Sand- und Kiesablagerungen. Damit das Biotop sich dennoch in seiner heutigen Form als Stillgewässer bilden konnte, wurde über einen langen Zeitraum sehr viel Wasser benötigt – und durch eine „Glücklichen“ Zufall, ist eben dieses aufgrund des Braunkohletagebaus vorhanden gewesen:
Um im Tagebau Hambach mit den gigantischen Schaufelradbaggern Kohle abbauen zu können, musste RWE über Jahrzehnte großflächig das Grundwasser abpumpen, mithilfe von sogenannten „Sümpfungsanlagen“. Dieses Wasser fließt über kilometerlange Rohre in die Erft, und sorgt so für einen Anstieg der Durchflussmenge, der Wasserstand stieg, und somit war genug Wasser vorhanden um in das Groov’sche Loch zu fließen so dass sich dort diese Oase der Tierwelt entwickeln konnte.

Klingt gut – und wo ist der Haken?
Tja, kurz und knapp: Wo kein Braunkohletagebau, da keine Sümpfungsanlage.
Sobald 2030 der Braunkohletagebau eingestellt wird, besteht für RWE kein Grund mehr das Grundwasser abzupumpen und in die Erft zu leiten. Somit gelangt es niemals in die Ober-Erft, und erst recht nicht mehr in das Groov’sche Loch.
Die Stadt Neuss ist sich über diese Entwicklung im klaren, so sieht ihr Plan vor die Einleitung von Wasser aus der Ober-Erft in das Groov’sche Loch zu beenden und das Biotop „der natürlichen Sukzession“ zu überlassen.

„Natürliche Sukzession“ – Was’n das?
Das Ende. Das Ende für das Groov’sche Loch, so wie wir es heute kennen.
Das Groov’sche Loch soll trocken fallen, und es soll sich langfristig ein Wald darin entwickeln.
Anstatt das verbleibende Wasser der Ober-Erft in das Groov’sche Loch einzuführen, soll es stattdessen zu „Klimaanpassungmaßnahmen der Neusser Innenstadt“ dienen, sowie der „Sicherung des Lebensraums“ weiter flussabwärts.

Und jetzt?
Naja, das kommt darauf an wen man fragt…
Für die Stadt Neuss scheint die Sache klar, doch die Anwohner am Biotop sehen die Sache freilich anders.

Hinter dieser kleinen Oase versteckt sich nunmal viel mehr als man auf den ersten Blick meinen sollte, und eben das möchte ich gerne mit meinem Film zeigen. Mit dem YoungFilmLab ist mir eine erste kurze Fassung für den Film gelungen, welche ich nun weiter ausführen möchte…..

More to come

Sie wollen aber JETZT mehr über das Thema „Wasser des Braunkohletagebaus“ erfahren?

Das Wasserbündnis Rheinisches Revier hat freundlicherweise einige Links bereitgestellt, über welche Sie sich weiter über die Folgen des Endes des Braunkohletagebaus informieren können, auch einen Besuch auf ihrer eigenen Webseite lege ich ihnen sehr ans Herz:
https://wasserbuendnis.org/

Linksammlung:

https://kipdf.com/perspektivkonzept-erft-informationsfluss-fr-mitglieder-des-erftverbandes-
fachaus_5adc321f7f8b9a1d9f8b45e6.html

https://www.erftverband.de/projektbeschreibung-pk-erft/
https://www.erftverband.de/perspektivkonzept/
https://www.erftverband.de/hintergruende_pk_erft/
https://www.zfk.de/unternehmen/nachrichten/hambach-ende-folgen-fuer-die-wasserwirtschaft
https://rp-online.de/nrw/staedte/grevenbroich/grevebroich-wie-es-nach-dem-kohleausstieg-mit-der-
erft-weitergeht_aid-60315813

https://www.wz.de/nrw/rhein-kreis-neuss/grevenbroich/grevenbroich-ende-von-tagebau-hambach-
hat-folgen-fuer-die-erft_aid-57107103

https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/umbau-der-erft-100.html
https://www.erftverband.de/zukunft-braucht-tempo-wie-der-erftumbau-gelingt/
https://www.erftforscher.de/die-erft
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/renaturierung-erft-106.html
https://www.derneusser.de/2021/03/10/umgestaltung-der-erft-der-natur-zurueck-geben/
https://www.wz.de/nrw/rhein-kreis-neuss/neuss/erft-soll-weitere-auen-bekommen_aid-25469013
https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMST18-2663.pdf